Darf man mit der eVB-Nummer zur Zulassungsstelle fahren?

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Die eVB-Nummer ist ein Nachweis darüber, dass im Falle eines Unfalls der Versicherungsschutz über eine Versicherungsgesellschaft gewährleistet ist. Dementsprechend könnte man daraus folgern, dass man mit dem eigenen Auto oder Motorrad bereits zur Kfz-Anmeldung (notfalls auch ohne Kennzeichen) fahren darf, sobald die elektronische Versicherungsbestätigung ausgestellt wurde. Doch welche Fahrten sind wirklich erlaubt und welche sind verboten?

Öffentliche Kfz-Nutzung laut Gesetz

Aufgrund der aktuellen Rechtslage nach §3 Absatz 1 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) sind Fahrten ohne eine Zulassung grundsätzlich verboten. Bevor Autos oder anderweitige Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren dürfen, müssen sie unbedingt vorher bei der örtlichen Zulassungsstelle angemeldet worden sein. Das ist der Fall, wenn die entsprechenden Unterlagen vorgelegt, die Kennzeichen mit der HU-Plakette zugeteilt und die Zulassungsbescheinigungen ausgestellt wurden.

Sofern Sie also nach dem Kauf ein Kraftfahrzeug neu auf sich zulassen möchten und noch keine Kfz-Kennzeichen vorhanden sind, ist die Fahrzeugnutzung vor der offiziellen Anmeldung nicht erlaubt. Auch wenn bereits die theoretische Absicherung über eine Versicherung besteht. Die eVB-Nummer dient der Zulassungsstelle lediglich zur Kontrolle, dass eine Kfz-Versicherung besteht und somit das Fahrzeug zugelassen werden kann.

Sollte man das Kraftfahrzeug trotzdem unerlaubt im Straßenverkehr führen, kann das Straßenverkehrsamt unter anderem ein Bußgeld und Punkte verhängen. Handelt man gar vorsätzlich oder grob fahrlässig, kann es zusätzlich passieren, dass die Versicherung im Schadensfall keinen Schutz gewährt.

Ausnahmen für ungestempelte Kennzeichen

Unter bestimmten Bedingungen sind sogenannte Zulassungsfahrten mit ungestempelten Kennzeichen erlaubt. Die Regelungen gelten aber nicht für rote Kennzeichen oder Kurzzeitkennzeichen. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass die Zulassungsstelle die entsprechenden Kfz-Schilder bereits vorher zugeteilt hat und mindestens eine Deckung über die Haftpflichtversicherung besteht. Eine solche Situation kommt zum Beispiel bei einer Wiederzulassung vor, wenn Sie ein Auto abgemeldet haben und nun wieder zulassen möchten. Vor der Wiederzulassung erhalten Sie die eVB-Nummer von Ihrer alten Kfz-Versicherung.

Laut den Versicherungsbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zählen folgende Umstände zu den Zulassungsfahrten:

  • Fahrten zur Anbringung der Stempelplakette
  • Fahrten zur Durchführung einer Hauptuntersuchung
  • Fahrten zur Durchführung einer Sicherheitsprüfung

Die Fahrten mit den alten Kennzeichen sind jedoch nur innerhalb des zuständigen Zulassungsbezirks und eines angrenzenden Bezirks auf direktem Weg zulässig. Umwege für andere Erledigungen sind nicht möglich.

Wenn Sie Ihr Fahrzeug abmelden und die Plaketten von den Kennzeichen entfernt wurden, ist die Rückfahrt grundsätzlich noch durch die Haftpflichtversicherung abgedeckt. Die Deckung gilt bis zum Ablauf des Abmeldedatums.